Argentinien 4/2012

Existenzhilfe für 28 Ordensschwestern


Die Diözese mit dem langen Namen San Roque de Presidencia Roque Sáenz Peña gehört zu den ärmsten Bistümern Argentiniens. Sie liegt in einem schlecht erschlossenen Gebiet im Norden des Landes, dem sogenannten Chaco, einer Region aus Trockenwäldern und Savannen. 23 Pfarreien gibt es auf einer Fläche, die mit 71.303 Quadratkilometern ungefähr so gross ist wie manche europäischen Länder. Nur 28 Priester betreuen knapp 440 000 Katholiken. Das bedeutet nicht nur, dass auf jeden Priester fast 16 000 Gläubige kommen, was ohnehin eine enorme Zahl ist, sondern die Angehörigen der Pfarreien leben weit verstreut. Ordensfrauen leisten den Priestern wertvolle Hilfe. Sie betreuen die Menschen in den Nöten ihres Leibes und ihrer Seele. KIRCHE IN NOT hilft ihnen seit Jahren bei ihrer Arbeit.

Die Schwestern helfen den an den Rand gedrängten Indianern

In diesem Jahr benötigen 28 Schwestern aus neun Gemeinschaften Existenzhilfe, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie kümmern sich um Strassenkinder, beten mit den Alten und Kranken, leisten Hilfe, besuchen die die verschiedenen Indianerstämme in ihren unzugänglichen Dörfern im Chaco. Hier leben die Nachkommen verschiedener Indianerstämme. Seit Jahrzehnten vegetieren sie unter erbärmlichen Umständen am Rande der Gesellschaft dahin. Ihre Häuser bestehen oft aus einfachen Planen, die zwischen die Bäume gespannt werden. Zusammengebundene Holzstöcke bilden die Schlafunterlage. Ihre Kinder leiden an Unterernährung, viele sind bis auf die Knochen abgemagert, ihre Mahlzeit besteht aus von im Wasser aufgeweichtem Mehl. Bevor Mitte des 20. Jahrhunderts Missionare das Chaco betraten, lebten die Indianervölker nomadisch. Heute ernähren sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Agrarkonzerne, die sich immer weiter ausbreiten, schränken ihre Lebensweise jedoch mehr und mehr ein, da sie den Wald roden, um im grossen Stil Soja anzubauen. Zudem fressen die Rinder und Ziegen der Kleinbauern den Wald kahl. Diese Bedrohung für die Indianervölker wird sich so schnell nicht ändern, denn in den letzten Jahren ist das Klima im Chaco feuchter geworden und der Boden fruchtbarer. Die Landrechte der Indianer allerdings sind bis heute ungeklärt. Die argentinische Regierung ratifizierte eine Übereinkunft, die den indigenen Völkern Schutz und das Recht auf ihr Land garantiert. Diese Konvention wird jedoch von Provinzregierung und Agrarkonzernen missachtet. Bis auf weiteres müssen die Indianer daher immer weiter laufen, um Feuerholz zu holen. Ihnen droht der Hungertod.

Voller Hingabe und Liebe stehen die Ordensfrauen  an der Seite dieser extrem armen Bevölkerung. Um die Not anderer zu lindern, scheuen sie kein persönliches Opfer. Bischof Hugo Nicolás Barbaro betont, dass die Hilfe für die Schwestern unverzichtbar sei. Er bedankt sich ausdrücklich bei allen Spendern: „Einmal mehr möchte ich meinen Dank gegenüber KIRCHE IN NOT und seine Wohltäter ausdrücken, die eine unschätzbare Hilfe für unsere Aufgaben in dieser Region leisten. Ich nehme Sie mit in meine Gebete und bitte den Herrn, Sie zu segnen“. KIRCHE IN NOT möchte den Schwestern auch in diesem Jahr wieder mit 12 600 Euro helfen.

Code: 209-05-39

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