PAKISTAN 06/2018

Messstipendien für die Priester in Quetta


Seit 1948 wird in Belutschistan ein blutiger Konflikt zwischen der pakistanischen Regierung und den Rebellen, die für die Autonomie der Provinz kämpfen, ausgetragen. Die Rebellen fordern, dass Belutschistan selbständig wird. Dabei werden sie von afghanischen Taliban unterstützt. Die Menschen leben permanent in Angst. Jedes Gebäude hat einen Hinterausgang als Fluchtweg.

Mit 347.188 Quadratkilometern ist die Provinz fast so groß wie Deutschland und erstreckt sich beinahe über das halbe pakistanische Staatsgebiet. Allerdings ist Belutschistan auch das am wenigsten dicht besiedelte Gebiet des Landes. Nur knapp acht Millionen Menschen leben hier, davon rund 30.000 Katholiken. Die Hälfte der katholischen Einwohner lebt in der Provinzhauptstadt Quetta, der Rest lebt weit über das ganze Gebiet verstreut.

In der Stadt Quetta gibt es Checkpoints, und in manche Stadtviertel kann man nur mit einer Sondergenehmigung gelangen, die man schon Tage vorher beantragen muss. Sogar der Bischof kann nicht überall hin fahren und wird immer wieder kontrolliert. Die Kathedrale, die Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz geweiht ist, liegt in einem Kasernenviertel, für das man eine solche Sondergenehmigung benötigt. So können viele Gläubige zu den Gottesdiensten nicht dorthin kommen. Sogar Bischof Victor Gnanapragasam braucht eine Genehmigung, wenn er zur Kathedrale gelangen will. Jedes Mal muss er vorher die Behörden anrufen und die Erlaubnis beantragen. Von den Sicherheitskräften an den Checkpoints wird er immer wieder angehalten und kontrolliert.

Für die Priester, die alle keine Belutschen sind, wird die Lage immer schwerer. Früher konnten sie überall hin fahren. Heute wird das Gebiet, auf dem sie sich bewegen können, immer kleiner. Viele Orte sind aufgrund der Kämpfe zwischen den Rebellen und der Regierung nicht zugänglich. „Sobald die Kämpfe unterbrochen werden, versuchen wir, unsere Gläubigen zu besuchen. Wir riskieren, dabei durch Landminen und raketenbetriebene Granaten getötet zu werden. Es macht uns sehr traurig, dass wir die Menschen nicht häufiger besuchen können“, sagt der Bischof. Dass die Priester manche Orte nicht regelmäßig besuchen können, liegt aber auch an den großen Entfernungen. Es ist ein großes Problem, dass viele Gläubige in sehr kleinen Gemeinschaften weit über das riesige Gebiet der Provinz Belutschistan verstreut leben. In einem Ort sind es drei Familien, in einem anderen nur eine Familie, woanders vielleicht vier. Dort ein geregeltes kirchliches Leben aufzubauen, ist schwer. Einige christliche Gemeinden sind 800 oder gar 1000 Kilometer von Quetta entfernt. Jede Fahrt dorthin kostet also viel Geld.

Für die fünf in Quetta tätigen Priester und den Bischof sind daher Messstipendien eine große Hilfe. Wir haben ihnen Messstipendien in Höhe von insgesamt 10.100 Euro versprochen. Sie feiern die Heilige Messe in den Anliegen unserer Wohltäter und als Zeichen der Dankbarkeit erhalten sie pro gefeierter Messe eine kleine Gabe, die ihnen dabei hilft, ihren priesterlichen Dienst an diesem gefährlichen Ort zu verrichten. 

Bei einer allfälligen Überfinanzierung wird Ihre Spende einem ähnlichen Projekt zugute kommen und die pastorale Arbeit von "Kirche in Not" unterstützen.

 

Code: 328-04-masses

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