PERU 04/2017

Ausweitung und Intensivierung der pastoralen Aktivitäten in einer Pfarrei im Urwald


Vor 45 Jahren hat Schwester Maria Luisa Maduell alles verlassen, um Christus im Orden der „Schwestern Jesu“ nachzufolgen. Damals führte ihr Weg sie von Spanien in das Amazonasgebiet im Osten Perus in das Apostolische Vikariat Yurimaguas, das grösstenteils von Urwald bedeckt ist. Sie ist davon überzeugt, dass es die Vorsehung war, die sie zu den Indigenen in den Regenwald geführt hat. 

Die Lebensbedingungen der eingeborenen Volksgruppen sind primitiv, und die Menschen sind sehr arm. Ihre Hütten sind aus Palmblättern gebaut, und die meisten der kleinen Siedlungen sind ausschliesslich per Boot erreichbar. Strassen gibt es nicht, und medizinische Versorgung und Bildungsarbeit leisten lediglich die Missionare. Die Frauen kochen das bescheidene Essen mit Holz und bauen in kleinen Gärtchen das Nötigste an. Yucca, Gemüsebananen, manchmal ein bisschen Fisch – davon ernähren sie sich. „Als Ordensschwester setze ich mich oft zu den Frauen und koche mit ihnen. Es ist wichtig, den Menschen nahe zu sein, einfach bei ihnen zu sein“, erzählt Schwester Maria Luisa.

Das Apostolische Vikariat Yurimaguas erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von 70.000 Quadratkilometern. Die Gläubigen leben weit verstreut, und es gibt viel zu wenige Priester. Schwester Maria Luisa Maduell kümmert sich in der Pfarrei Santo Tomàs del Rio Paranapura um die Seelsorge, denn zur Zeit gibt es dort keinen Priester. Ihr stehen zwei weitere Ordensfrauen und einige Laien zur Seite. Die Laien, die sich in den Dienst der Evangelisierung stellen, sind selbst nur einfache Bauern, aber Schwester Maria Luisa spricht von ihnen voller Bewunderung: „Sie haben nur eine geringe Schulbildung, aber sie sind andererseits Theologen, Mystiker, Menschen von großem Glauben und vor allem von unglaublicher Grosszügigkeit“. Jeder von ihnen besucht jeden Monat die Menschen in einem ihm zugeteiltes Gebiet und betet mit ihnen, hilft den Menschen, die Frohe Botschaft kennen zu lernen und im Glauben zu wachsen und Jesus Christus mehr zu lieben. Auf diese Weise werden 75 Prozent der riesigen Pfarrei jeden Monat besucht.

Bischof José Luis Astigarraga, der leider im Januar 2017 verstorben ist, war sehr froh über dieses Engagement und sprach von einer „wahrhaft missionarischen Aufgabe“. Er war seit 1991 Bischof von Yurimaguas und war ein langjähriger Freund unseres Hilfswerkes. Seinen schwierigen Hirtendienst in der Urwaldregion unterstützten unsere Wohltäter immer wieder treu und grosszügig. Noch kurz vor seinem Tod dankte er uns für die Hilfe, die unsere Wohltäter seinem Apostolischen Vikariat in den vielen Jahren erwiesen haben. Es war sein Wunsch, dass die Aktivitäten in der Pfarrei Santo Tomàs del Rio Paranapura nicht nur fortgesetzt, sondern sogar intensiviert werden, und er schrieb uns daher: „Ich heisse dieses Projekt nicht nur gut, sondern wünsche sehr, dass es voran geht“. Daher legte er uns ans Herz, Schwester Maria Luisa und ihre Helferinnen und Helfer zu unterstützen, damit Material für die Katechese beschafft oder hergestellt werden, mehr Laienhelfer ausgebildet und diejenigen, die schon länger dabei sind, weitergebildet werden können und sie auch an Besinnungstagen teilnehmen können. Wir freuen uns, dass «Kirche in Not» auf diese Weise den Wunsch des verstorbenen Bischofs erfüllen darf, und dieses Projekt mit CHF 16'500 unterstützen kann.

Bei einer allfälligen Überfinanzierung wird Ihre Spende einem ähnlichen Projekt zugute kommen und die pastorale Arbeit von «Kirche in Not» unterstützen.

Code: 234-01-49

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