Der Kampf für die Nächstenliebe und gegen die Armut ist sein tägliches Brot

Als Gast des international tätigen kirchlichen Hilfswerks «Kirche in Not» besuchte der Ostschweizer Pater Albert Fuchs aus Kenia/Tansania, der auf Heimaturlaub weilt, letztes Wochenende die Kath. Kirchgemeinde Richterswil-Samstagern. Dort wurde er an drei Gottesdiensten willkommen geheissen. 17 Jahre lebte er in Kenia, seit vier Jahren in Tansania, wo er seine Lebensaufgabe wahrnimmt. Von 2014/17 wirkte er als Provinzial der Steyler Missionare beider Länder. Heute, wieder ansässig in Tansania, wird Pater Fuchs in seinem Alltag als Seelsorger regelmässig mit armen und ausge­grenzten Menschen konfrontiert. Nebst der Seelsorge liegen ihm soziale Projekte sehr am Herzen, eine grosse Herausforderung bei 47 Millionen Einwohnern. 
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ACN Kirche in Not Kenia

Nach der Priesterweihe 1990 in Wien und einem ausgedehnten Englisch-Sprachaufenthalt wirkte Pater Albert Fuchs vorerst während einiger Zeit in Vorarlberg, wo er sich vor allem um Jugendarbeit bemühte. Erfüllt von diesen Erfahrungen zog es ihn 1997 nach Kenia, wo er seither verschiedene Funktionen ausübte. Seine Ausführungen über das vielseitige Schaffen zum Wohle bedürftiger Menschen fanden aufmerksame Zuhörer, welche trotz Ferienzeit zahlreich am Gottesdienst teilgenommen haben.

Seelsorger mit Leib und Seele – Diener für die Aermsten
In seiner Predigt nahm Pater Fuchs bezug auf das Tages-Evangelium, das Wunder der Brotvermehrung. Die Menschen brauchen Ernährung für Leib, Seele und Geist. Es gibt Leute, die im Vertrauen auf Gott, auf Jesus, grosse Aufgaben angehen, um diesem wichtigen Grund­bedürfnis gerecht zu werden. Zu diesen Menschen gehörten die Gründer des Hilfswerks «Kirche in Not», Pater Werenfried van Straaten, wie auch der hl. Arnold Janssen, der die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (Steyler Missionare) gründete. Weltweit stehen heute rund 6000 Männer aus 60 Nationen im Dienste dieses Ordens, welche sich einer grossen Herausforderung stellen. Nach der Uebergabe der Leitungsfunktion vor einem Jahr wirkt Pater Fuchs wieder an der Basis, bei den Menschen, die ihm ans Herz gewachsen sind, in den Simanjiro Plains. Auf einer Fläche analog der Schweiz werden im Süden von Arusha die Gläubigen der Volksgruppe der Massai in acht Pfarreien betreut. Die Menschen sind materiell arm, aber reich durch die lebendige Pflege ihrer Kultur und im Bedürfnis nach Gottes Wort. Sie wollen etwas über den Glauben wissen und nehmen mit Freuden an den Gottesdiensten, welche oft im Freien stattfinden, teil. Mit frohen Gesängen und Tänzen werden der Glaube und die Gottesfreude der einheimischen Kultur gemäss gelebt. Das biblische Bild von Jesus, dem guten Hirten, spricht die Massai sehr tief an. Viele Menschen sehen in Jesus Christus ihre einzige Hoffnung. Mit Unterstützung von «Kirche in Not» werden Bedürfnisse der Gläubigen erfüllt, einerseits durch die Abgabe von Bibeln, andrerseits durch eine aktive Caritas, welcher in Anbetracht der sozialen Probleme eine besondere Bedeutung zukommt. P. Albert gab der christlichen Ueberzeugung Ausdruck, dass das, was man mit Freuden gibt, gesegnet sein wird, auch wenn es klein ist.

„Nicht woher wir kommen, sondern das ‚wozu wir da sind‘, ist wichtig“
Diesem Leitsatz fühlen sich die aus allen Kontinenten stammenden Ordensleute verpflichtet. Die Kirche beweist hier eindrücklich, wie weltumfassend sie engagiert ist. Ihr „wozu wir da sind“ bewiesen die Bilder, welche der afrikanische Gast aus seinem Wirken bei den Massai zeigte. Dem Bildungs- und Gesundheitswesen widmen die Steyler Missionare spezielle Auf­merksamkeit. Zusammen mit Einheimischen führen sie Kindergärten und Primarschulen.

Dürre in Tansania
In Simanjiro leiten sie namens der Erzdiözese ein kleines Spital, wo derzeit ein Operations­saal gebaut wird. Mit dem Krankenauto werden entfernte Orte erreicht, wodurch sich die medizinische Situation von Schwangeren, Müttern und Kleinkindern stark verbessert. Durch die Zusammenarbeit mit den „Fliegenden medizinischen Diensten“, einer Organisation die von einem US-Priester gegründet wurde, können notfalls Menschenleben gerettet werden. Mit Fahrzeugen, welche durch westliche Hilfswerke zur Verfügung gestellt werden, können die Ordensleute die Menschen in den meist entlegenen Aussenstationen besuchen. Die Leute leben vorwiegend von Vieh- und karger Landwirtschaft, welche in den letzten Jahren immer öfter unter extremen Dürren zu leiden hat. Dies führt für die Menschen oft zu Schick­salsschlägen. In bewundernswerter innerer Stärke, Demut und im Vertrauen auf Gottes Hilfe gehen sie damit um.
Der Staat respektiert und anerkennt die Kirchen, welche im Gesundheits- und Bildungsbe­reich grosse Dienste leisten. Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen, die sich auf verschiedene Konfessionen aufteilen. Man lebt im Frieden nebeneinander und arbeitet in bestimmten Bereichen zusammen. Die informativen Darstellungen über das Leben und Wirken bei den Massai Simanjiros schloss Pater Fuchs mit einem anerkennenden Dank an das Hilfswerk «Kirche in Not» und dessen Spender, ohne deren Hilfe die Arbeit gegen die Armut in seiner Wahlheimat nicht denkbar ist.

Fotos:

1) Pater Albert Fuchs SVD mit Mitbrüdern (Bild: P. Albert Fuchs SVD)

2) Pater Albert Fuchs mit Massai (Bild: P. Albert Fuchs SVD)

3) Lektüre der Bibel (Bild: P. Albert Fuchs SVD)

4) Ein Gottesdienst unter freiem Himmel, Kenia (Bild: «Kirche in Not»)

5) Gläubige zum Gottesdienst versammelt (Bild: «Kirche in Not»)

6) Beim Rosenkranzgebet, Kenia (Bild: «Kirche in Not»)

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