Fast 125 Millionen € für das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» - Internationaler Jahresbericht

Das Hilfswerk «Kirche in Not» hat im vergangenen Jahr erneut das hohe Niveau des Spendenaufkommens halten können. Das geht aus dem Jahresbericht 2017 hervor, der jetzt veröffentlicht und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG attestiert wurde. Demnach beträgt das gesamte Volumen aus Spenden, Erbschaften und anderen Einnahmen fast 125 Millionen Euro (€ 124.057.414). Kurzfilm (3:06) über «Kirche in Not»

Kirche in Not ACN

Die Wohltäter in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein haben insgesamt CHF 8.707.993 gespendet. Jan Probst, Geschäftsführer von «Kirche in Not» Schweiz/Liechtenstein, bedankt sich bei allen für die Gebete und Gaben: „Wir müssen jeden Tag Gott und den Wohltätern danken. Ohne die Grosszügigkeit der Wohltäter wäre unsere Unterstützung so nicht möglich.“

Der grösste Teil (82,5%) wurde zur Finanzierung der missionsbezogenen Ausgaben verwendet. Der Hauptteil davon – 84,0% oder 84,6 Mio. € - diente dazu, 5.357 Projekte in 149 Ländern durchzuführen. 16% der missionsbezogenen Ausgaben dienten Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche. 

Für Verwaltung wurden 7,0% und für Fundraising, Werbung und Kommunikation mit den rund 400 000 Spendern wurden 10,5% der Mittel verwendet. Mittlerweile unterhält das Hilfswerk Nationalbüros in 23 Ländern.

Im Einzelnen listet der Jahresbericht auf: 1212 Bauprojekte wurden mitfinanziert. Es handelt sich um Kapellen, Kirchen, Kathedralen und Seminare, auch in Regionen, die von Naturgewalten verwüstet worden waren. Ein Drittel der Bauprojekte waren Kirchen. Jedem zehnten Priester (insgesamt 40 383) konnte mit Mess-Stipendien geholfen werden, vor allem in Afrika (15 440) und Asien (10 748).

13 643 Seminaristen, mehr als je zuvor, erhielten Unterstützung, zum Beispiel in Form von Stipendien. Das war jeder neunte Seminarist weltweit, die meisten davon in Afrika.

12 801 Schwestern bekamen Existenzhilfe (meist kontemplative Ordensschwestern) oder Unterstützung bei der Ausbildung.

Auch Autos, Motor-und Fahrräder sowie drei Boote, vier Laster und drei Busse wurden finanziert. Rund 2000 Anträge wurden negativ beschieden, weil sie die strengen Kriterien für die Vergabe der Mittel nicht erfüllten.

Ein Schwerpunkt der Hilfe lag auch im vergangenen Jahr in Nahost. Die Region ist nach Afrika Ziel vieler Hilfsmassnahmen. Seit 2011, dem Jahr des „arabischen Frühlings“, bis Ende 2017 flossen rund 75 Mio. € in die Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten, allein im vergangenen Jahr waren es mehr als 17 Mio. Sie reichen von Nothilfe über Pastoralausgaben (z.B. Druck von Bibeln) bis hin zu Kirchenbauten. Dank dieser Hilfe konnten tausende von Christen in ihre Heimat zurückkehren. Ein Grossprojekt war – und ist es immer noch - zum Beispiel der Wiederaufbau christlicher Siedlungen in der irakischen Ninive-Ebene. Sie waren vom IS zerstört worden. Irak war 2017 mit fast 9,3 Mio. € das erste Empfängerland überhaupt von «Kirche in Not». An zweiter Stelle der Empfängerländer stand Indien mit 5,86 Mio., an dritter Syrien (5,8 Mio), an vierter die Ukraine (4,7 Mio), an fünfter Brasilien (3,88 Mio) und an sechster die Demokratische Republik Kongo (3,42 Mio).

„Die regionalen Schwerpunkte unserer Hilfsprojekte lagen 2017 im Nahen Osten sowie in Afrika. In all unserer Projektarbeit ist uns dabei der Dialog mit der örtlichen Kirche besonders wichtig. Denn die Bischöfe und Ordensleute vor Ort wissen am besten, wo die Not am grössten ist und welche Hilfsmassnahmen ergriffen werden müssen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Kirche vor allem dort zu unterstützen, wo diese nicht über die materiellen Ressourcen verfügt, ihre pastoralen Aufgaben zu erfüllen oder wo Christen unter Unterdrückung, Verfolgung und Gewalt leiden“, unterstreicht Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von «Kirche in Not» international.

 Fotos:

1) Taufe in Venezuela – der Priester bekommt Mess-Stipendien von «Kirche in Not» (Bild: «Kirche in Not»)

2) Schüler einer katholischen Schule in Burkina Faso danken dem Hilfswerk (Bild: «Kirche in Not»)

3) Vater mit Kindern im irakischen Teleskuf – Rückkehr in die Ninive-Ebene(Bild: «Kirche in Not»)

4) Ordensschwester bei einer Weiterbildung - Indien (Bild: «Kirche in Not»)

5) Priesteramtskandidaten in Kaduna - Nigeria (Bild: «Kirche in Not»)

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