«Kirche in Not» setzt auf Afrika für die Fastenaktion 2017

Das internationale katholische Hilfswerk «Kirche in Not» (Aid to the Church in Need (ACN)) widmet Afrika seine diesjährige Fasten- und Osteraktion. Unter dem Motto „Ihr Glaube ist unsere Hoffnung“ möchte das Hilfswerk auf einen Kontinent mit etwa 1,112 Mia. Einwohnern setzen, von denen 215 Mio. Katholiken sind. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung beträgt 19 Jahre.  Afrika-Kampagne 2017      Radio Life Channel: Lucia Wicki-Rensch im Gespräch

"Kirche in Not" ACN

Getreu ihrem Charisma der Solidarität mit der verfolgten Kirche möchte die Stiftung auf das Leid der Christen in mehreren afrikanischen, vom islamischen Terrorismus unmittelbar betroffenen Ländern aufmerksam machen. Dazu zählen unter anderen Nigeria, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik oder der Tschad. Gleichzeitig möchte  auf eines der schwerwiegendsten Probleme für die Zukunft des Kontinents hinweisen, die verschleierte, aber ständige Unterwanderung mit islamischem Fundamentalismus in weiteren afrikanischen Ländern, in denen bislang Christen und Muslime friedlich und harmonisch zusammengelebt haben. Das Hilfswerk, das in den Jahren 2015 und 2016 schwerpunktmässig die verfolgten Christen im Nahen Osten unterstützte, reagiert mit der diesjährigen Aktion auf die besorgniserregenden Nachrichten, die von Missionaren und einheimischen Geistlichen aus verschiedenen afrikanischen Ländern überbracht werden.

Nicht immer ein Zusammenleben in Frieden

Tansania, Kenia, Benin, Senegal oder Uganda gehören zu den 45 afrikanischen Ländern, in denen «Kirche in Not» mehr als 1 800 Projekte jährlich unterstützt. Viele der Projektpartner in diesen Ländern bestätigen die Agenda extremistischer islamischer Länder wie Saudi Arabien, Sudan, Jemen und Iran, die mit Stipendien junge, ehrgeizige Afrikaner fördern. Deren Aufgabe sei es, in ihre jeweilige Heimat zurückzukehren und die bestehende Ordnung friedlichen Zusammenlebens auseinanderzubrechen. Sie berichten ebenfalls vom Druck, den muslimische Gruppen ausüben. Sie geben Kindern und Jugendlichen Geld oder vermitteln ihnen Arbeit. Als Gegenleistung sollen sie zu ihrer Religion konvertieren und diejenigen verachten, die weiterhin Christen bleiben.
Das friedliche Zusammenleben der Religionen im Afrika südlich der Sahara steht auf Messers Schneide. Ohne die Versöhnungs- und Vergebungsarbeit der Kirche in Ländern wie Nigeria, Zentralafrikanischer Republik oder Tansania hätte die Gewalt- und Hassspirale unvorstellbare verheerende Folgen gehabt. Deshalb fördert «Kirche in Not» Projekte für den interreligiösen Dialog und für den Friedensaufbau. Für das Hilfswerk ist die beste Friedensbotschaft jedoch das Evangelium selbst. «Kirche in Not» ist vom Aktionsmotto „Ihr Glaube ist unsere Hoffnung“ überzeugt: Um den Frieden in Afrika zu gewährleisten, besteht die beste Investition darin, die Gegenwart der Eucharistie und des Evangeliums durch gut ausgebildete Priester und Katecheten zu garantieren.
Nicht verkannt werden darf allerdings, dass Gewalt und Leid des afrikanischen Volkes ihren Grund nicht nur im islamischen Fundamentalismus haben. Die Korruption, unterdrückende Regime, ethnische Konflikte und Machtkämpfe sowie Naturkatastrophen und der Klimawandel verlangen von der katholischen Kirche im subsaharischen Afrika eine fundamentale, häufig heroische Rolle.

Starkes Wachstum der katholischen Gläubigen

Zu den Zielen der Aktion gehört auch, dieses Heldentum bekannt zu machen, das in den Medien kaum eine Rolle spielt. Das Evangelium zu verkünden und unter den Bedürftigen in Krisenregionen oder in gesetz- und ordnungslosen Stadtteilen Zeugnis von Christus zu geben, bringt das Risiko mit sich, ermordet, entführt oder ausgeraubt zu werden. «Kirche in Not» erlebt vor Ort das Zeugnis der Laien, Missionare und Ordensleute, die zum Beispiel im Süd Sudan Flüchtlinge betreuen, in der Demokratischen Republik Kongo gegen ungerechten Landraub kämpfen oder in Sierra Leone Ebola-Kranke pflegen. Manche ihrer Mitbrüder und -schwestern haben dadurch ihr Leben verloren. Sie taten diesen Dienst aus Liebe zu ihren Brüdern und Schwestern.
Trotz der Schwierigkeiten hat sich in der afrikanischen Kirche in den letzten 35 Jahren die Zahl der Gläubigen vervierfacht – von 55 auf 214 Mio. Laut den letzten statistischen Zahlen der Katholischen Kirche steht Afrika an erster Stelle in der Welt, was das Wachstum an Katholiken betrifft (46%). Darüber hinaus ist sie eine sehr junge Kirche. Denn in vielen Ländern besteht sie seit kaum 200 Jahren. Zusammen mit Asien ist Afrika der einzige Kontinent, in dem ein jährlicher Zuwachs an Priesterberufungen verzeichnet wird.
Paradoxerweise entfällt auf Afrika jedoch lediglich 2% der Weltwirtschaftsleistung. Die 25 Länder mit der geringsten menschlichen Entwicklung sind bis auf eine Ausnahme (Afghanistan) afrikanische Länder. Subsahara-Afrika beherbergt 18 Millionen Flüchtlinge, 26% der weltweiten Flüchtlinge[1]. Diese Daten würden ausreichen, um die Unterstützung durch «Kirche in Not» zu rechtfertigen. Das Hilfswerk versteht sie jedoch nicht als blosse humanitäre Geste, sondern als Folge katholischer Verantwortung, um zur Seelsorge einer Kirche beizutragen, die Hoffnung für die Zukunft ist. Denn „Ihr Glaube ist unsere Hoffnung“. Die Fastenkampagne beginnt am Aschermittwoch, 1. März 2017.

Fotos:

  1. Der gute Hirte: Ein Teenager mit einem Schaf im Kakuma Flüchtlingslager 4, Kenia (Bild: «Kirche in Not»)
  2. Pater Gregory bei einer Beerdigung in Ñamukuse, Kenia, in des Turkana-See. (Bild: «Kirche in Not»)
  3. Pater Gregory gibt einer kranken Frau die Krankensalbung, Kenia  (Bild: «Kirche in Not»)
  4. Schwester Agnes mit einer älteren Frau, Kenia (Bild: «Kirche in Not»)
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