Msgr. László Wonerth aus Rumänien in Illgau SZ

Der rumänische Geistliche László Wonerth besuchte die Schweiz vom
11.-12. November 2017. Er reiste als Gast des Hilfswerks «Kirche in Not» nach Illgau SZ, wo er Gottesdienste feierte und einen Vortrag hielt. Msgr. Wonerth machte seine eigenen Erfahrungen mit dem Kommunismus. Heute stellen die fehlenden Finanzen in der Kirche Rumäniens eine grosse Herausforderung dar.

Kirche in Not ACN Rumänien

Manchmal haben wir den Eindruck, dass unser Glaube matt und im Alltag bedeutungslos ist. In manchen Ländern aber entscheidet die Glaubenszugehörigkeit über Leben und Tod. Bis vor 25 Jahren erlebten auch viele Christen in Osteuropa Verfolgung, so auch in Rumänien.

Rumänien – Vergangenheit und Zukunft
Als Papst Johannes Paul II. zehn Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus nach Rumänien reiste, sagte er bei einer Ansprache: „Euer Vaterland hat in diesem Jahrhundert, das sich seinem Ende zuneigt, die Schrecken harter totalitärer Regierungssysteme erfahren und in seinem Leid das Schicksal vieler anderer Länder geteilt.“ In seiner Rede ging der Papst auch auf die vielen Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien ein, die vom kommunistischen Regime verfolgt wurden und ihren Glauben mit ihrem Blut bezeugten.
18 Jahre nach der politischen Wende wurde Rumänien Mitglied der EU. Die christlichen Kirchen sind heute frei. Die Menschen können ihren Glauben ohne Gefahr bekennen. Rund 90% der Bevölkerung gehört der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an, etwa 8% sind katholisch. Die römisch-katholische Kirche unterhält sechs Diözesen. Ein nach wie vor grosses Problem stellen die noch nicht zurückerstatteten zivilen und kirchlichen Gebäude dar. Dort, wo die Kirche Sakralbauten hat, steht sie vor der Herausforderung, diese unterhalten zu können.
Ein weiteres Zeichen der Öffnung des Landes war die Wahl von Klaus Werner Johannis zum neuen Präsidenten Rumäniens im Dezember 2014. Er gehört zur Minderheit der Rumäniendeutschen die heute gerade noch 36‘000 Personen umfasst.

Msgr. László Wonerth
Der 1958 geborene László Wonerth erlebte die Zeit des Kommunismus selbst. Nachdem er eine Lehre als Schlosser beendete und den zweijährigen obligatorischen Militärdienst absolviert hatte, begann er 1983 mit dem Studium der katholischen Theologie. Er empfing im Sommer 1989 die Priesterweihe. Heute wirkt Msgr. Wonerth als Pfarrer in Temeswar und betreut ungarische und rumänische Gläubige.
Viele Klöster und Ortskirchen befinden sich in einem desolaten Zustand. Grosse Summen sind nötig, um die Bauten zu unterhalten oder zu renovieren. Obwohl Rumänien Teil der EU ist, arbeiten nach wie vor viele Menschen in der Landwirtschaft. Sie verdienen wenig und können daher die Kirche kaum unterstützen. Sie verfügen selbst kaum genug zum Leben. Das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» unterstützt daher Projekte in Rumänien mit jährlich rund CHF 1 Million. Damit werden vor allem Renovationen und Neubauten von Kirchen finanziert, aber auch Ordensgemeinschaften und Priesterseminare unterstützt.

Msgr. László Wonerth freute sich, Ihnen in Illgau SZ persönlich begegnet zu sein, um von seinem Wirken als Seelsorger in Rumänien zu berichten.

Fotos:

1)      Msgr. László Wonerth (Bild: «Kirche in Not»)

2)      Das Kloster Maria Radna (Bild: "Kirche in Not")

3)      Ein renovierter Kirchturm (Bild: «Kirche in Not»)

4)      Priesteramtskandidaten im griechisch-katholischen Seminar in Cluj, Rumänien (Bild: «Kirche in Not»)

5)      Eine arme Familie auf dem Land, Rumänien

6)      Eine renovierte Glocke, Rumänien

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