Sudan – der vergessene Konflikt

Der em. Bischof Macram Max Gassis weilte zwischen dem 12. und 20. August 2017 in der Schweiz. Er feierte Gottesdienste und hielt Vorträge. Der Bischof berichtete vom harten Alltag der Menschen in seiner Diözese und von der Unterstützung des Hilfswerks «Kirche in Not» im Sudan und Südsudan. 

Kirche in Not ACN

Die Situation im Sudan ist seit Jahrzehnten für die Bewohner unerträglich. Gewalt, Hunger, Krieg gehören zum Alltag.

Verfolgter im eigenen Land
Macram Max Gassis wurde 1938 in Khartum, Sudan, geboren. Er studierte in England und Italien Theologie und wurde 1964 im italienischen Verona zum Priester geweiht. Danach wirkte er im Sudan. Die Gläubigen schätzten seine Art der Seelsorge sehr. Ende der 1980er-Jahre wurde er durch Papst Johannes Paul II. zum Bischof des Bistums El Obeid ernannt, das im muslimisch geprägten Sudan liegt und rund 20 Mal so gross wie die Schweiz ist. Papst Franziskus nahm im Oktober 2013 seinen altersbedingten Rücktritt als Bischof an.
Rund 1.6% der Bewohner der Diözese El Obeid sind Katholiken. Zum Bistum gehören auch Darfur und die Nuba-Berge. Seit 2007 sind in Darfur UN-Blauhelme stationiert, um die Zivilisten zu schützen. Auch in den Nuba-Bergen gibt es immer wieder Konflikte.
Das Regime um Omar Hassan al-Baschir klagte Bischof Gasssis an, nachdem er die Menschenrechtsverletzungen im Sudan öffentlich im Ausland anprangerte. Seither hält sich Gassis aus Sicherheitsgründen fast ausschliesslich ausserhalb des Sudan auf. Bischof Gassis informiert rund um den Globus Politiker, Journalisten und UN-Vertreter über die dramatische Situation im Sudan. Dass seine Stimme für die Stimmlosen nötig ist, stellt er immer wieder von neuem fest: „Niemand interessiert sich wirklich für den Sudan, weil wir nichts zu geben haben. Aber wir haben Menschen, wir haben wundervolle Menschen.“

Die Kirche als Hoffnungsschimmer
«Kirche in Not» engagiert sich seit knapp 40 Jahren im Sudan und stellte der Kirche für ihre vielen Projekte im Jahr 2016 im Sudan CHF 500 000 und im Südsudan CHF 1 Mio. zur Verfügung. Dieses Geld wird für die Ausbildung von Kindern, Bauprojekte, die Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ordensleuten, Laien und zum Erwerb von Fahrzeugen verwendet. Knapp ein Drittel der Menschen sind unterernährt und knapp drei Viertel der über 15jährigen Analphabeten. Nebst Bildung und Essen fehlt es an Medikamenten, Krankenhäusern und Wohnungen. Wegen der Kriegssituation im Südsudan wurde die Hilfe durch «Kirche in Not» vor Ort erhöht.
Südsudan erlangte seine Unabhängigkeit vom Sudan im Jahr 2011. Doch schon Ende 2013 brach ein Konflikt zwischen den Regierungstruppen und den vom ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar angeführten Rebellen aus. Seither gab es immer wieder Meldungen über ethnische Vertreibungen, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen.

Bischof Gassis berichtet im August 2017 in der Schweiz über die schwierige Situation der Menschen im Sudan/Südsudan und über die Hilfe der Kirche vor Ort. Der Bischof freut sich, Sie persönlich zu treffen.

Fotos:           

1.   Bischof Gassis im Gespräch mit Roberto Simona, Research Manager bei «Kirche in Not» (Bild: «Kirche in Not»)

2.    Bischof em. Macram Max Gassis (Bild: «Kirche in Not»)

3.   Eine Schulstunde unter freiem Himmel (Bild: «Kirche in Not»)

4.   Eine Ordensschwester mit Kindern in einem Flüchtlingslager, Südsudan (Bild: «Kirche in Not»)

5.   Frauen und Kinder transportieren Material, Südsudan (Bild: «Kirche in Not»)

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