RUSSLAND 04/2018

Erfolgsgeschichte: Hilfe bei der Renovierung der Räumlichkeiten eines orthodoxen Beratungszentrums für Schwangere in Konfliktsituationen in Zelenyi Gorod


Wenn Frauen oder junge Mädchen ungewollt schwanger werden, wissen viele nicht, wohin sie sich wenden können und wo sie Hilfe finden können. Viele sehen keinen anderen Ausweg, als sich für eine Abtreibung zu entscheiden. Die Russisch-Orthodoxe Kirche möchte diesen Frauen helfen und richtet daher in immer mehr Eparchien Zentren ein, in denen verzweifelte Frauen und Mädchen Rat und Hilfe finden und sich für ihr Kind entscheiden können.

Auch in der Eparchie Nizhnij Novgorod ist ein solches Zentrum entstanden. Es liegt in Zelenyi Gorod und ist eine wichtige Anlaufstelle für Frauen in Not. Der erste Kontakt findet meist über das kostenlose Nottelefon statt. Hier melden sich Frauen, die nicht mehr weiterwissen. Die Nummer hängt beispielsweise auf Plakaten auf der Straße aus. Die einen Frauen, die sich melden, sind schwanger und verzweifelt, andere müssen vor häuslicher Gewalt fliehen. Die Probleme sind vielfältig, und dementsprechend gibt es verschiedene Hilfsangebote. Diese reichen von psychologischer, seelsorglicher und juristischer Beratung über materielle Hilfe in Form von Kinderkleidung oder Nahrungsmitteln bis in zur Unterbringung in einem der beiden bereits bestehenden Frauenhäuser.

Die Mitarbeiter des Zentrums sind Psychologen, Ärzte und erfahrene Betreuerinnen. Es ist wichtig, dass sie aus dem Glauben leben und handeln. „Diese Arbeit erfordert eine tiefe Nächstenliebe, aber auch ein hohes Maß an Professionalität“, erklärt Peter Humeniuk, der Russland-Referent von „Aid to the Church in Need.. Es gibt sehr schwierige Fälle, die auch bei den Betreuern an die Substanz gehen. „Manche der Frauen stammen selbst aus derartig zerrütteten Familien, dass ihnen mühsam die einfachsten Grundlagen beigebracht werden müssen. Manche wissen nicht einmal, dass ein Baby gebadet werden muss und es regelmäßig Nahrung braucht. Von Aufmerksamkeit und Liebe ganz zu schweigen. Sie selbst haben diese Fürsorge nie erfahren und können sie auch nicht weitergeben. Es hat mich beeindruckt zu sehen, mit welcher Liebe die Betreuerinnen sich um diese Frauen kümmern und sie Schritt für Schritt an ihre Rolle als Mutter heranführen“, berichtet Humeniuk, der das Projekt kürzlich besucht hat.

Geleitet wird es Zentrum von einem Priester, und jedes Haus hat eine Kapelle. „Es ist wichtig, dass die Frauen auch seelsorglich betreut werden und dass sie wissen, dass die Hilfe, die sie erfahren, der christlichen Nächstenliebe entspringt. Der Geist des Evangeliums soll spürbar sein. Allerdings stehen die Häuser allen offen, die Hilfe benötigen, ohne dass dabei die Konfession oder die Religionszugehörigkeit der Hilfesuchenden eine Rolle spielen würde. Niemand muss getauft sein, um Hilfe zu finden“, erklärt Humeniuk.

Die Katholische und die Orthodoxe Kirche arbeiten auf dem Gebiet des Lebensschutzes eng zusammen und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus, um gemeinsam das Leben ungeborener Kinder zu retten und ihren Müttern eine Perspektive zu geben. „Aid to the Church in Need“ hat sich daher der Eparchie Nizhnij Novogorod mit 14.000 Euro bei der Renovierung der Räumlichkeiten des Zentrums beteiligt und unterstützt weitere derartige Initiativen in Russland. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank! Wir wollen auch in Zukunft beim Ausbau dieser wichtigen Einrichtung helfen.

Code: 427-00-19

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