Russland 12/2018

Geschichte des Erfolgs: Eine katholisch-orthodoxe Konferenz zum Thema der Suchtproblematik


Jährlich sterben laut WHO-Angaben weltweit 200.000 Menschen durch Drogen und rund 3 Mio. an Alkoholkonsum. Dies entspricht der Einwohnerzahl einer Metropole wie Madrid! Unzählige Menschen geraten durch die Sucht in einen Teufelskreis, aus dem sie allein nicht mehr herausfinden, und ihre Familien werden in die Verzweiflung gestürzt. Auf dieses globale Problem versuchen auch die christlichen Kirchen eine Antwort zu geben. In Russland arbeiten die katholische und die orthodoxe Kirche Hand in Hand, um dieser Herausforderung gemeinsam zu begegnen und Abhängige und ihre Familien betreuen und unterstützen zu können.

Mit der Hilfe von «Kirche in Not (ACN)» fand daher im Oktober 2018 in St. Petersburg zum zweiten Mal eine ökumenische Konferenz zur Suchtproblematik statt. Die Teilnehmer kamen aus Russland, den USA, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Weissrussland, Rumänien und weiteren Ländern. Peter Humeniuk, der Russlandreferent von «Kirche in Not (ACN)», der ebenfalls an der Konferenz teilnahm, sagt: „Die Konferenz war ein wichtiges Forum, bei dem Vertreter beider Kirchen das Thema nicht nur theoretisch erörtert, sondern auch ihre praktischen Erfahrungen ausgetauscht haben. Wir hoffen, dass der ökumenische Austausch und die Zusammenarbeit den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen helfen, aus der Dunkelheit herauszukommen, in die sie aufgrund ihrer Abhängigkeit gestürzt sind.“

Eine der Zielsetzungen besteht darin, ein Programm für die Priesterseminare beider Kirchen zu erarbeiten, um die Seminaristen besser darauf vorzubereiten, in ihrer zukünftigen pastoralen Arbeit mit den Problemen von Suchtkranken umzugehen. Auch die Priester beider Kirchen sollen dazu befähigt werden, die besonderen Bedürfnisse und Probleme von Suchtkranken in der Seelsorge zu berücksichtigen. Denn die Erfahrung zeigt: Suchtkranke haben oft ein hohes Bedürfnis nach einer Beziehung zu Gott.

Unter den Teilnehmern war auch der russisch-orthodoxe Priester Sergej Belkov, der seit rund zwanzig Jahren erfolgreich im Raum Sankt Petersburg eine Einrichtung für Drogenabhängige leitet. Viele von ihnen haben dort in einer familiären Atmosphäre und einem von Gebet und geistlichem Leben, Einzelbetreuung und Arbeit geprägten geregelten Lebensablauf Heilung gefunden. Dieses Projekt wird seit seiner Gründung von «Kirche in Not (ACN)» unterstützt.

Die Konferenz in Sankt Petersburg war ein weiteres Ergebnis der von «Kirche in Not (ACN)» initiierten katholisch-orthodoxen Arbeitsgruppe. Diese war in Folge des historischen Treffens von Papst Franziskus und Patriarch Kirill, das im Februar 2016 im kubanischen Havanna stattgefunden hatte, entstanden. Diese Arbeitsgruppe hat bereits mehrere Treffen zu den Themen des Schutzes des ungeborenen Lebens und der Bekämpfung der Drogensucht durchgeführt. Ziel dieser Initiativen ist es, dass katholische und orthodoxe Christen gemeinsam eine Antwort auf drängende Probleme der Gegenwart suchen und mit vereinten Kräften den Herausforderungen der modernen Welt begegnen, ihre Erfahrungen austauschen und sich dabei näherkommen. Dank der Hilfe unserer Wohltäter konnte diese wichtige Konferenz mit € 14.500.- unterstützt werden.

Bei einer allfälligen Überfinanzierung wird Ihre Spende einem ähnlichen Projekt zugute kommen und die pastorale Arbeit von «Kirche in Not (ACN)» unterstützen

Code: 427-00-00

Russland 12/2018_7085