Bischof aus Paraguay in Zürich-Seebach

Der römisch-katholische Bischof Lucio Alfert (76) aus Paraguay besuchte am Wochenende des 1./2. Septembers Zürich-Seebach. In der Kirche Maria Lourdes feierte er vier Gottesdienste, in denen er predigte. Die Gottesdienste waren gut besucht und der Gemeindepfarrer Martin Piller war erfreut über den Gast aus Südamerika. Der Bischof weilte in Seebach auf Vermittlung des Hilfswerks «Kirche in Not», das jedes Jahr viele Projekte in Paraguay unterstützt. Fotogalerie Bericht im Wohler Anzeiger (04.09.2018)

Kirche in Not ACN Paraguay

Bischof Alfert stammt ursprünglich aus Deutschland, er lebt aber schon 46 Jahre in Paraguay, davon 32 als Bischof. Sein Bistum – das Vikariat Pilcomayo – umfasst dreimal die Fläche der Schweiz und liegt im unwirtlichen Chaco, der von Dornbuschsavannen und Steppe geprägt ist. 47% der dortigen Bewohner sind Indianer, die übrige Bevölkerung setzt sich vorwiegend aus armen Arbeitern zusammen, die ihr Einkommen bei den Grossgrundbesitzern verdienen, die Viehwirtschaft betreiben. Fleisch ist eines der Hauptexporterzeugnisse Paraguays.

Gegen wirtschaftliche und soziale Ausgrenzung
Der Bischof wies in seinen Predigten immer wieder darauf hin, dass in Paraguay ein grosses soziales Ungleichgewicht herrsche. 2-3% der Bevölkerung besitzen 80% des Bodens. Viele besitzen wenig oder nichts - Wenige dagegen gehört beinah alles. Dies ist ungerecht. Den Indianern ist ein solcher Umgang mit Besitz fremd, wie der Bischof ausführte. Die Indianer strebten nicht danach, immer mehr zu besitzen, sondern würden innerhalb ihres Stammes das teilen, wovon sie genug hätten. Bischof Lucio fragte in seiner Predigt, ob dies nicht auch im Christentum so sein müsste. Gott will fordere von den Menschen keinen Ausbeutung der Erde, sondern ein Leben in Harmonie mit der Natur und einen verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen. Er zitierte auch Papst Franziskus: „Wir zerstören die Welt aus Profitgier. Wie die kommenden Generationen zu leben haben, interessiert uns nicht.“

Willkommenskultur in Seebach
Pfarrer Martin Piller war mit den Predigten des Bischofs zufrieden: „Der Einsatz von Bischof Lucio und der ganzen Kirche Paraguays für ein besseres und gerechteres Leben der Armen beeindruckt mich sehr!“ Pfarrer Piller teilt die Ansichten des Bischofs zu sozialen und gesellschaftlichen Fragen. Die Pfarrei Seebach zeigte sich solidarisch mit den Anliegen des Bischofs, indem die Kollekten aller Gottesdienste für Projekte von „Kirche in Not“ in Paraguay aufgenommen wurden. Die Gläubigen wollten den Bischof nicht nur finanziell unterstützen, sie suchten nach den Gottesdiensten auch das Gespräch mit ihm. Er gab bereitwillig Auskunft und genoss den herzlichen Austausch in der Kirche Maria Lourdes.
Damit der Bischof Gutes tun kann, benötigt er auch treue Partner. Darauf wies Bischof Alfert in seinen Predigten hin, in denen er die langjährige gute Zusammenarbeit mit «Kirche in Not»lobte, das ihm immer wieder wichtige Projekte finanziert. Spenden zu Gunsten für die Hilfe in Paraguay nimmt «Kirche in Not» jederzeit gerne entgegen.

Fotos:

  1. Bischof Lucio Alfert mit Gläubigen in Maria Lourdes, Seebach  (Bild: «Kirche in Not»)
  2. Pfarrer Martin Piller, Pfarrei Maria Lourdes, Seebach, und Bischof Lucio Alfert OMI, Bischof im Vikariat Pilcomayo, Paraguay (Bild: «Kirche in Not»)
  3. Ein Indigenen-Dorf am Rio Paraguay, Chaco, Paraguay (Bild: «Kirche in Not»)
  4. Ein Gottesdienst unter freiem Himmel, Chaco, Paraguay (Bild: «Kirche in Not»)
  5. Eine typische Strasse im Chaco (Bild: «Kirche in Not»)
  6. Eine Ordensschwester mit dem landesüblichen Tereré, Chaco, Paraguay (Bild: «Kirche in Not»)
  7. Eine Karte Südamerikas (Bild: MAGELLAN Geographix)
Bischof aus Paraguay in Zürich-Seebach_6985