Eine Antwort auf die Krise in der Zentralafrikanischen Republik: „Die Gefahren des Lebens können nicht verhindern, dass die Kirche gedeiht und sich ausbreitet“.

12.09.2018 - Ein Interview von Maria Lozano "Kirche in Not (ACN)" mit Mons. Cyr-Néstor Yapaupa zur aktuellen Lage in der Zentralafrikanische Republik. Die Zentralafrikanische Republik kämpft mehr schlecht als recht darum, aus der Krise herauszukommen, die seit mehr als fünf Jahren das Land verbluten lässt.


Wie ist zurzeit die allgemeine Lage im Land?

Die Zentralafrikanische Republik kämpft mehr schlecht als recht darum, aus der Krise herauszukommen, die seit mehr als fünf Jahren das Land verbluten lässt. Die neue, demokratisch gewählte Regierung bemüht sich darum, dass im ganzen Land die Staatsmacht anerkannt wird. Allerdings wird mehr als 80 Prozent des Landes von insgesamt etwa fünfzehn Rebellenführern kontrolliert. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit können drei Zonen unterschieden werden, von „unsicher“ bis „sicher“ eine rote, eine gelbe und eine grüne Zone. Die rote Zone steht für äußerste Unsicherheit, denn sie liegt vollständig in der Hand der Rebellen. Darin befindet sich ein Großteil des Landes. In der gelben Zone werden kleinere Aktivitäten der Rebellen festgestellt. Die grüne Zone steht für den Teil, in dem die Staatsmacht gilt.

Gibt es weiterhin Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Rebellengruppen?

Die Durchlässigkeit der Grenzen bietet den Söldnern sowie denjenigen, die aus dem Krieg einen Vorteil ziehen, die Möglichkeit, sich die Bodenschätze und insbesondere auch die Freizügigkeit für Kriegsgerät und - Waffen zunutze zu machen. Das Waffenembargo für die Zentralafrikanische Republik führt das Land in eine unhaltbare Unsicherheitslage: Versucht die legitime Regierung die Embargobedingungen einzuhalten, so erhalten die Rebellengruppen Waffen allen möglichen Kalibers zu Niedrigpreisen.

Die Auseinandersetzungen zwischen den Rebellengruppen, die drohende Teilung des Landes und die Destabilisierung des Regimes sowie die Morde und das Aufkommen neuer Rebellengruppen beherrschen weiterhin die Titelseiten in der Zentralafrikanischen Republik.

Wie ist die Lage in Ihrer Diözese? Alindao befand sich in den letzten Jahren mitten im Bruderkrieg. Was geschieht zur Zeit?

Die Präfektur Basse-Kotto im Bistum Alindao ist eine Geisel der Séléka-Splittergruppe „Union für den Frieden“ UPC in der Zentralafrikanischen Republik und der als Mudschahidin bekannten islamischen Milizen einerseits sowie der „Anti-Balaka“ genannten Selbstverteidigungsgruppen andererseits. Die Zivilbevölkerung befindet sich zwischen den beiden Fronten. Seit einiger Zeit haben die zwei Gruppierungen eine neue Strategie entwickelt: Sie vermeiden es, offen gegeneinander zu kämpfen. Stattdessen stellen sie auf den Straßen Hinterhalte, in die insbesondere die Zivilbevölkerung gerät. Die Bevölkerung ihrerseits versucht, ihren Beschäftigungen nachzugehen, so gut sie kann. Diese neue Strategie fordert mehr Opfer als früher, wobei die meisten Leichen bislang nicht gefunden wurden.

Wie beeinträchtigt dies Ihre Arbeit in der Diözese?

Heutzutage ist es sehr schwierig, fast unmöglich, von einer Stadt in eine andere, von einem Dorf in ein anderes zu fahren. Wegen der Unsicherheit auf den Straßen sind die Orte voneinander isoliert. Sowohl die Séléka als auch die Anti-Balaka verüben häufig Repressalien gegen die Zivilbevölkerung.

Bewaffnete Gruppen haben trotz der Anwesenheit der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik MINUSCA sowie des Präfekten und einiger Unterpräfekten, deren Autorität lediglich auf dem Papier besteht, die Staatsgewalt übernommen. Mangels eines Rechtsapparats breitet sich die Volksjustiz aus: Die bewaffneten Gruppen fungieren als Gerichte aller Instanzen. Sie setzen ungestraft Folter, Verstümmelungen und Hinrichtungen als Repressionsmittel und als Strafe gegen Gesetzesübertreter ein.

In einer Gegend wie der unseren, in der keine Sicherheit gewährleistet ist, sind Friede und Stabilität unbeständig und ungewiss. Denn die Rebellenchefs diktieren ihr Gesetz des Dschungels. Angesichts der Abwesenheit der staatlichen Strukturen und der Lethargie der UNO-Streitkräfte können sie völlig unbehindert handeln.

Die Gewalt hat dazu geführt, dass Tausende geflüchtet sind. Wo befinden sich die Vertriebenen?

Die zahlreichen Familien, die Opfer der Gewalt in Basse-Kotto wurden, haben große Flüchtlingsbewegungen in Gang gesetzt. Die einen leben dicht gedrängt zu Tausenden in einigen Flüchtlingscamps. Andere hausen verstreut in den Bergen. Wieder andere haben den Weg des Exils aus der Zentralafrikanischen Republik gewählt. Allein in der Stadt Alindao leben beispielsweise mehr als 30 000 Vertriebene in vier Flüchtlingslagern.

Wer kümmert sich um sie?

Diese Flüchtlinge betreuen – wenigstens in Alindao – nationale und internationale NGOs sowie die Diözesan-Caritas in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Schutz, Wasser- und Abwasserversorgung sowie Hygiene. Andere Städte und Dörfer, zu denen wegen der brutalen Aktionen der Rebellengruppen kein Zugang besteht, verfügen leider über keinerlei humanitäre Hilfen. Es handelt sich dabei um Subpräfekturen, etwa Mingala, Satéma, Mobaye und Zangba. Die dortige Bevölkerungen besitzt gar nichts.

In diesen Gegenden ist dem Vernehmen nach die Sterblichkeitsrate sowohl unter Schwangeren als auch unter Kindern von 0 bis 5 Jahren viel zu hoch. Die Frauen gebären im Wald ohne die Betreuung durch eine Hebamme, weil dort keine Gesundheitseinrichtung funktioniert.

Außerdem sind zahlreiche Häuser und Kirchen zerstört. Deshalb gibt es in der Präfektur Basse-Kotto Tausende unbewohnte Dörfer. Die Flüchtlingslager haben die traditionellen Dörfer verdrängt.

Wie steht es mit der MINUSCA? Es werden Klagen wegen ihrer Rolle und ihrer Wirksamkeit laut. Was können Sie dazu sagen?

MINUSCA ist in einigen größeren Ortschaften der Diözese (Alindao, Mobaye, Dimbi und Pavica) vertreten. Sie macht, was sie kann, aber sie erfüllt weder die Erwartungen der Flüchtlinge noch der Bevölkerung. Aus deren Sicht besteht ihre Anwesenheit so gut wie nur auf dem Papier. Das hat damit zu tun, dass trotz der Verbreitung der UN-Streitkräfte die Rebellen in unveränderter Form agieren. Und diese zeigen sich weder besorgt noch beeindruckt von der Waffengewalt der internationalen Streitkräfte. Die Unsicherheit bleibt, genauso wie die Exzesse gegen die Bevölkerung. Die von den Blauhelmen begleiteten Autokonvois gewährleisten keinen wirksamen Schutz für den Güter- oder Personenverkehr. Die Duldsamkeit bestimmter Truppen gegenüber gewissen Rebellengruppen und ihre Bestrebungen, Handel zu treiben, stellen ihre hehren, auf Unparteilichkeit, Neutralität usw. beruhenden Prinzipien in Frage. Deshalb und wegen ihrer mittelmäßigen Leistung bezeichnet manchmal die entnervte Bevölkerung die UN-Truppen als Unterdrücker, als schädliche und unnütze Truppe.

Welchen Einfluss hat die umgebende Gewalt auf die Seelsorge?

Die herrschende Unsicherheit hat die Seelsorge in der Diözese im Allgemeinen zum Erliegen gebracht. Einige Priester und Gläubige – aus Mobaye, Zangba und Kongbo – pendeln zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik hin und her. Andere – aus Pavica, Kembe, Mingala/Poudjo und Tagbale – haben sich in die Gemeinde Alindao eingegliedert. Die Christen aus den genannten Pfarreien und Gegenden sind über die Flüchtlingslager verteilt, andere haben im Dschungel Zuflucht gesucht, wiederum andere leben noch im Exil. Die Kapellen wurden von bewaffneten Gruppen zerstört, gebrandschatzt oder sogar geschändet. Die Priester können die Gemeinden auf dem Land oder am Stadtrand nicht mehr besuchen. Einige Pfarrhäuser – so etwa in Kembe, Mobaye und Zangba – wurden ganz oder teilweise Opfer vom Vandalismus. Lediglich die Domgemeinde in Alindao und die Gemeinde Mobaye funktionieren noch. Die Gemeinden in Kongbo und Zangba haben zögerlich ihre Aktivität wieder aufgenommen. Was die Pfarrgemeinde Kembé angeht, so ist der Zugang zu den Gegenden Mingala/Poudjo und Tagbalé wegen der Unsicherheit weiterhin schwierig. Dort werden die Gläubigen von Katecheten geistlich betreut.

Die letzte verbliebene Ordensgemeinschaft (Oblatinnen des Heiligsten Herzens Jesu) musste 2014 die Diözese verlassen, weil ihre Sicherheit ständig bedroht war. Wir erwarten zu Beginn des Pastoraljahres 2018-2019 die Ankunft neuer Ordensschwestern in der Gemeinde Mobaye. Wir müssen aber zuerst das Kloster sanieren, das von den Séléka geplündert und verwüstet wurde.

Kann in dieser Situation auf die Bedürfnisse Ihrer Herde eine Antwort gegeben werden?

Angesichts der Unsicherheit und der stark entwürdigenden sozio-ökonomischen Bedingungen, welche die Bevölkerung so weit in die Trostlosigkeit, den Fatalismus und die Ungewissheit treiben, dass der christliche Glaube unaufhörlich auseinanderbröckelt, muss die Diözese ihre Zuneigung und Solidarität ausdrücken und auf die geistlichen Bedürfnisse der Gläubigen eingehen.

Im jetzigen Zusammenhang sind Seelsorge im Sozialwesen und Evangelisierungsarbeit schwierig, aber nicht unmöglich. Deshalb ist die sogenannte „Seelsorge der Anwesenheit/Nähe“ wichtig. Obwohl in anderen Pfarreien und Gegenden die Seelsorger abwesend sind, weil sie um ihre Sicherheit fürchten, gibt es einen kleinen Rest im Klerus, der an den Standorten der katholischen Kirche in Kongbo und in der Pfarrgemeinde Mobaye mit väterlicher Unterstützung durch den Bischof eine bedeutende Präsenz sicherstellt.

Mit dem Klerus treten wir der Angst, den Drohungen und der Unsicherheit tagtäglich entgegen. Dadurch zeigen wir eine aktive Anwesenheit, die die Vertriebenen beruhigt. Allerdings handelt es sich um mehr als um eine bloße Anwesenheit. Denn wir schaffen Nähe durch die Begegnung, das Zuhören, die Besuche, den Rat, die Sakramentenspendung und weitere Dienste in den Flüchtlingslagern – Krankensalbung, Wegzehrung, Bußsakrament, Firmung, die lectio divina in den Basisgemeinden/Bewegungen und Bruderschaften ... All dies legt Zeugnis darüber ab, dass die Gefahren des Lebens niemals verhindern können, dass die Kirche gedeiht und sich ausbreitet.

Welche anderen Prioritäten haben Sie in Ihrem Bistum?

„Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“, rief der heilige Paulus aus (1 Kor 9, 16). Das Evangelium verkünden, ist gemäß dem Missionsauftrag Christi weiterhin ein Bedürfnis für jeden Christen. Unsere noch funktionierenden christlichen Gemeinden hören in diesen Krisenzeiten regelmäßig das Wort Gottes in der Eucharistiefeier. Das Wort Gottes ist ungebrochen das Fundament für den Trost und die Hoffnung unserer Gläubigen.

Mitten in der Krise ist die Ausbildung unserer Laien ebenfalls eine große Priorität für die Seelsorge – eine auf die Katecheten, auf Gemeindeführer, auf Bewegungen und Bruderschaften ausgerichtete Ausbildung, aber mit besonderem Augenmerk auf Kinder und Jugendliche. Denn viele unserer jungen Menschen haben sich auf synkretistische Abenteuer eingelassen, die ihren Glauben und ihre Zukunft in Frage stellen.

Schließlich haben wir auch die Ökumene vor Augen. Die Pfarrgemeinde trifft sich zweimal im Monat mit anderen vor Ort anwesenden Konfessionen, um ökumenische Gebets- und Fastenzeiten durchzuführen.

Sind Ihrer Meinung nach die Priester und Ordensschwestern vorbereitet, um solchen Schwierigkeiten zu begegnen?

Die Größenordnung der Krise insbesondere am Ende des ersten Halbjahrs 2017 hat einige überrascht, weil wir nicht darauf vorbereitet waren. Viele Priester sind traumatisiert, denn sie wurden Opfer von Plünderungen. Andere mussten den Mord an ihren Gläubigen mitansehen, ohne etwas dagegen tun zu können. Wieder andere wurden angegriffen oder erhielten Morddrohungen usw. Sie haben leider bislang keinerlei psychologische Betreuung erhalten, aber sie bemühen sich um eine gute Stimmung, damit sie die verzweifelten Gläubigen trösten können. Denn diese haben es noch nötiger, „enttraumatisiert“ zu werden.

Wer hilft ihnen? Wer gibt ihnen Trost, wenn erwartet wird, dass sie anderen Trost geben?

Der Klerus findet Trost in seinem Glauben an Christus und in der felsenfesten Solidarität, die im Gebetsleben, in der Eucharistiefeier und bei den Gelegenheiten, freudige und schmerzliche Augenblicke miteinander zu teilen, die Priester miteinander vereint. In diesen Krisenzeiten habe ich festgestellt, dass die so gut wie ständige Anwesenheit des Bischofs in der Diözese dazu beiträgt, bei Priestern und Gläubigen die Stimmung zu heben. Die väterlichen Besuche von Kardinal Nzapalainga im Bistum Alindao und Mobaye sind ebenfalls eine große Hilfe gewesen, um sowohl die Christen als auch die gesamte Flüchtlingsgemeinde zu stärken und zu trösten, die seit mehr als einem Jahr in den Flüchtlingslagern vor sich hindämmert.

Wie entwickeln sich die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen?

Die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen sind von einem Ort zum andern unterschiedlich. In einigen Dörfern ist ein Zusammenleben so gut wie unmöglich. Auf bestimmten Straßen oder Wegen kann die eine oder die andere Gemeinschaft nicht verkehren, denn sie läuft Gefahr, dem Schlimmsten zu begegnen. In anderen Städten und Dörfern hingegen haben Christen und Muslime Kontakt, ohne dass dies jedoch ein wirkliches Zusammenleben gewährleistet. In diesem scheinbaren Zusammenleben entwickelt jede Gemeinschaft Misstrauen gegenüber der anderen. Die Angst vor dem Anderen ist zu einer neuen Lebensform geworden, die nun die zwischenmenschlichen und die Beziehungen zwischen den Gemeinschaften kennzeichnet.

Dennoch vertrauen wir darauf, dass Versöhnung möglich ist. Denn wir sind davon überzeugt, dass in der Zentralafrikanischen Republik kein Religionskrieg stattfindet. Seit Beginn der Krise arbeiten wir, damit die Religionsgemeinschaften dies verstehen. Wir hören nicht auf, in den Menschen ein Bewusstsein für den Zusammenhalt zu fördern. Auch wenn diese Initiativen Frucht zu bringen scheinen, setzen wir sie geduldig weiter ein.

Sie sprechen von Versöhnung. Welche Bedingungen wären nötig, damit sie möglich wird?

Wir sind davon überzeugt, dass Versöhnung möglich ist. Allerdings unter der Bedingung, dass in Basse-Kotto die Staatsmacht wiederhergestellt und die Sicherheit der Zivilbevölkerung gewährleistet wird, dass die Rebellengruppen entwaffnet werden und den Opfern Gerechtigkeit widerfährt. Darüber hinaus ist es notwendig, dass sich alle Religions- und Gemeinschaftsführer in der Förderung des Zusammenlebens aufrichtig und mutig engagieren.

Eins der Hauptprobleme besteht im Mangel an Bildung unter den jungen Menschen, die unter der Verführung von Animismus und Aberglauben den christlichen Glauben aufgegeben haben. Wie reagiert die Kirche darauf?

Es ist bekannt, dass während der letzten Krise viele, insbesondere junge Christen ihren Glauben zugunsten synkretistischen Praktiken (Scharlatanismus, Fetischismus, Okkultismus) aufgegeben haben.

Aus diesem Grund haben wir mitten in der Krise die Heranbildung von Kinder- und Jugendbewegungen zu einer Priorität in der Seelsorge gemacht.

Wir verfügen ebenfalls über eine Seelsorge des Zuhörens und der katechetischen Begleitung, um mit diesen jungen Menschen zusammen die tiefen Beweggründe für ihr Verhalten zu erkennen und zu vertiefen. Damit möchten wir ihnen helfen, ihren christlichen Glauben nach und nach wiederzuentdecken. Einige haben gleich dem verlorenen Sohn den Schritt zur Bekehrung getan. Sie wurden nach Bußübungen von der christlichen Gemeinschaft wiederaufgenommen, wo sie ihren Platz wiedergefunden haben. Die eigentliche Herausforderung für das Bistum besteht allerdings darin, den jungen Menschen die Möglichkeit einer sozio-beruflichen Wiedereingliederung anzubieten.

Denn wir müssen annehmen, dass animistische oder abergläubische Praktiken kein Selbstzweck sind. Was die Jugend anzieht, sind nicht Animismus und Aberglaube, sondern die vermeintlichen Vorteile, die sie aus ihrem Eintreten in die Rebellengruppen ziehen. Solche Praktiken sind ein Mittel, damit junge Müßiggänger eine neue Persönlichkeit erhalten, wenn sie auf der Suche nach persönlichen Vorteilen einer bewaffneten Gruppe beitreten. Denn in einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit sind die bewaffneten Gruppen zu einem „Beruf“ geworden, dem junge Menschen blind folgen. Die Reaktion der Kirche auf die Aufgabe des Glaubens besteht deshalb auch darin, durch Berufsausbildung und durch die Vergabe von Mikroprojekten jungen Menschen eine nützliche Beschäftigung anzubieten.

Welche Botschaft(en) möchten Sie den ACN-Wohltätern vermitteln?

Wir bedanken uns bei allen unseren Wohltätern für ihre Großzügigkeit und Solidarität recht herzlich. Denn dank Euch konnte das Bistum auf die entwürdigende Situation vor Ort in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, christliche Bildung der Gläubigen und Priesterbetreuung reagieren. Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Die Anwesenheit von Priestern und ihre missionarische Opferbereitschaft unter den vertriebenen, in ärmsten Bedingungen lebenden Gläubigen sind weiterhin ein starkes Zeugnis unseres noch jungen Bistums, das von Anfang an nur schwierige Zeiten gekannt hat und nun darum kämpft, aus der Asche wiedergeboren zu werden. Wir empfehlen alle unseren Seelsorger, die Tag und Nacht das Leid von Tausenden Vertriebenen zu lindern und in ihre verwundeten Herzen Hoffnung einzuflößen versuchen, den Gebeten und der Großzügigkeit unserer Wohltäter an.

Wir erkennen offen an, dass die Diözese Alindao weiterhin eine große Baustelle ist, wo nach den schmerzlichen, die Zentralafrikanische Republik destabilisierenden Ereignissen alles wiederaufgebaut werden muss. Ohne Zweifel müssen wir uns mit den akuten Herausforderungen auseinandersetzen: Seelsorger-Betreuung, Logistik, Wiederaufbau von Infrastrukturen, Seelsorge und Berufsausbildung von jungen Menschen, Gesundheit, Erziehung und Förderung des Zusammenlebens zwischen den Gemeinschaften usw. Wir vertrauen darauf, dass Ihr uns immer zur Seite stehen werdet, damit wir langfristig diese Herausforderungen meistern können. Denn die Lage ist sehr ernst!

Eine Antwort auf die Krise in der Zentralafrikanischen Republik: „Die Gefahren des Lebens können nicht verhindern, dass die Kirche gedeiht und sich ausbreitet“._7002