Präsentation des Hilfswerks «Kirche in Not» in Zürich

Lucia Wicki-Rensch, Informationsbeauftragte des katholischen Hilfswerks «Kirche in Not» Schweiz/Liechtenstein, stellt in derPfarrei Erlöser in der Stadt Zürich am Dienstag, 8.5.2018, «Kirche in Not» vor. Der Vortrag beginnt um 14.00 Uhr und thematisiert als Schwerpunkt den mit Mitteln des Hilfswerks finanzierten Kurz-Film „Watu Wote“, der an der diesjährigen Oscar-Verleihung in Los Angeles in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ nominiert war.Trailer des Films "Watu Wote"

Kirche in Not ACN Kenia

Der 22-minütige Kurzfilm „Watu Wote“ erzählt von der Rettung christlicher Geiseln vor islamistischer Gewalt – durch das Eingreifen von Muslimen. Dahinter steht eine wahre Begebenheit: Im Dezember 2015 wurde ein Bus in der kleinen Stadt Mandera im Nordosten Kenias im Grenzgebiet zu Somalia von der islamitischen al-Shababb-Miliz angegriffen. Die Terroristen gingen nach einem Muster vor, dass sie bereits bei einem vorherigen Überfall angewandt hatten: Sie forderten die Passagiere auf, christliche Mitreisende zu identifizieren. Diese sollten dann von der Gruppe getrennt und ermordet werden. Bei einem Überfall im Dezember 2014 war es so zu einem Massaker mit 28 Toten gekommen. Doch nun weigerten sich die muslimischen Passgiere, ihre christlichen Mitreisenden zu verraten. So wurden die Christen gerettet.

Finanzielle Hilfe von «Kirche in Not»
Auf der Suche nach Unterstützern wandte sich der Produzent des Films, Tobias Rosen, unter anderem an «Kirche in Not»: „Ich kenne und verfolge deren Einsatz für verfolgte Christen schon lange.“ Das Hilfswerk unterstützt in rund 150 Ländern weltweit verfolgte und notleidende Christen, auch über Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. „Ich wollte einen authentischen Film produzieren“, erklärt Rosen. „«Kirche in Not» hat mich dabei sehr unterstützt und war für diesen Film wirklich ein Segen.“
Als Schauplatz hatte das Filmteam unter Regisseurin Katja Benrath und Kameramann Felix Striegel die kenianische Magadi-Wüste ausgewählt. Auch die Darsteller stammen aus Kenia und Somalia – es sind Muslime wie Christen darunter. Viele haben auch im realen Leben Erfahrungen religiöser Gewalt gemacht: Die Hauptdarstellerin des Films Adelyne Wairimu ist eine junge Christin, die bei einem islamistischen Angriff ihren Mann und ein Kind verlor.
„Alle unsere Filmkollegen aus Afrika, Christen und Muslime, wurden von dieser Gewalt und ihren Folgen heimgesucht: Bei den einen waren Familienmitglieder bei Attentaten schwer verletzt oder getötet wurden. Andere hatten Verwandte, die sich den Terroristen von al-Shababb angeschlossen hatten“, erzählt Produzent Rosen. „Das ist ein Dilemma, das die kenianische Gesellschaft zerreisst.“ Das Klima des Misstrauens und der Furcht, dem die verschiedenen Gruppen gewöhnlich ausgesetzt sind, gibt auch der Kurzfilm wieder.

Hilfe in Kenia
Im Osten Afrikas gibt es Gegenden, in denen die Katholiken eine Mehrheit darstellen, aber nicht in dem Gebiet, wo der Film spielt. Die Kirche und die Christen sehen sich im Norden und in der Küstenregion Kenias einer direkten Verfolgungssituation ausgesetzt sieht. Aus diesem Grund ist es für das Hilfswerk «Kirche in Not» ganz besonders wichtig, dort der Kirche und den Christen beizustehen. Konkret konnte in der Missionspfarrei St. Charles Lwanga im Apostolischen Vikariat Isiolo in einem mehrheitlich muslimisch geprägten Gebiet eine neue Kirche finanziert werden. Die Gläubigen waren dafür zu arm - «Kirche in Not» half bei der Fertigstellung des Baus mit CHF 50‘000.

An der Oscar-Verleihung ging der Film „Watu Wote“ leer aus, aber er gewann andere Preise, unter anderem den Preis in der Kategorie „Bester afrikanischer Film beim Filmfestival von Sansibar und Durban.

Fotos:

1) Lucia Wicki-Rensch, Informationsbeauftragte von «Kirche in Not» Schweiz/Liechtenstein (Bild: «Kirche in Not»)

2) Der Produzent Tobias Rosen beim Dreh, Kenia (Bild: Hamburg Media School/ Eric Mwangi)

3) Der Produzent Tobias Rosen und die Regisseurin Katja Benrath in Los Angeles (Bild: Hamburg Media School/ Eric Mwangi)

4) Abendstimmung in Kenia (Bild: «Kirche in Not»)

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